Avodah Zarah 54

Kapitel 54

א סבר שיולי משאיל לו כי היכי דמשאיל לו משאיל לאיניש אחרינא ואתא ההוא גברא לאורועי נפשיה
1 weil er annimmt, daß er noch andere fragen werde; denn wie er ihn gefragt hat, so kann er auch andere fragen, und er würde sich dadurch schaden.
ב אמר רבא א"ר יוחנן ואמרי לה אמר רב חסדא אמר ר' יוחנן ספק חי ספק מת אין מתרפאין מהן ודאי מת מתרפאין מהן
2 Raba sagte im Namen R. Joḥanans, und wie manche sagen, sagte es R. Ḥisda im Namen R. Joḥanans: Ist es zweifelhaft, ob [der Kranke] leben oder sterben wird, so darf man ihn von ihnen nicht heilen lassen, ist es sicher, daß er sterben wird, so darf man ihn von ihnen heilen lassen. —
ג מת האיכא חיי שעה לחיי שעה לא חיישינן
3 Auch wenn er sicher sterben muß, ist ja eine kleine Lebensdauer zu berücksichtigen!? — Die kleine Lebensdauer wird nicht berücksichtigt. —
ד ומנא תימרא דלחיי שעה לא חיישינן דכתיב (מלכים ב ז, ד) אם אמרנו נבוא העיר והרעב בעיר ומתנו שם והאיכא חיי שעה אלא לאו לחיי שעה לא חיישינן
4 Woher entnimmst du, daß die kleine Lebensdauer nicht berücksichtigt werde? — Es heißt: <i>wenn wir uns vornehmen, in die Stadt hineinzugehen, so müssen wir, da dort Hungersnot ist, sterben</i>; sie hatten ja noch eine kleine Lebensdauer vor sich? Wahrscheinlich wird die kleine Lebensdauer nicht berücksichtigt.
ה מיתיבי לא ישא ויתן אדם עם המינין ואין מתרפאין מהן אפילו לחיי שעה
5 Man wandte ein: Man darf mit den Minäern in keinerlei Verkehr stehen, auch darf man sich von ihnen keine Heilung angedeihen lassen, selbst für eine kleine Lebensdauer.
ו מעשה בבן דמא בן אחותו של ר' ישמעאל שהכישו נחש ובא יעקב איש כפר סכניא לרפאותו ולא הניחו ר' ישמעאל וא"ל ר' ישמעאל אחי הנח לו וארפא ממנו ואני אביא מקרא מן התורה שהוא מותר ולא הספיק לגמור את הדבר עד שיצתה נשמתו ומת
6 Einst wurde Ben Dama, ein Schwesterssohn R. Jišma͑éls, von einer Schlange gebissen, und als Ja͑qob aus Rephar Sekhanja kam, um ihn zu heilen, ließ es R. Jišma͑él nicht zu. Da sprach jener zu ihm: Meister und Bruder Jišma͑él, laß ihn, auf daß ich durch ihn geheilt werde, und ich will dir aus einem Schriftverse in der Tora beweisen, daß dies erlaubt sei! Kaum hatte er dies gesprochen, als seine Seele aus fuhr und er starb.
ז קרא עליו ר' ישמעאל אשריך בן דמא שגופך טהור ויצתה נשמתך בטהרה ולא עברת על דברי חביריך שהיו אומרים (קהלת י, ח) ופורץ גדר ישכנו נחש
7 Hierauf sprach R. Jišma͑él über ihn: Heil dir, Ben Dama, dein Leib war rein und deine Seele ist in Reinheit ausgefahren; du hast die Worte deiner Kollegen nicht übertreten, denn sie sagten: <i>wer einen Zaun niederreißt, den wird eine Schlange beißen</i>!? —
ח שאני מינות דמשכא דאתי למימשך בתרייהו
8 Anders ist die Häresie, diese ist verführerisch und man kann durch sie verleitet werden.
ט אמר מר לא עברת על דברי חביריך שהיו אומרים ופורץ גדר ישכנו נחש איהו נמי חויא טרקיה חויא דרבנן דלית ליה אסותא כלל
9 Der Meister sagte: Du hast die Worte deiner Kollegen nicht übertreten, denn sie sagten: <i>wer einen Zaun niederreißt, den wird eine Schlange beißen</i>. Ihn selbst hatte ja eine Schlange gebissen!? — Die Schlange der Rabbanan, gegen die es keine Heilung gibt. —
י ומאי ה"ל למימר (ויקרא יח, ה) וחי בהם ולא שימות בהם
10 Was könnte er ihm sagen? —<i>Er lebe durch sie</i>, er sterbe nicht durch sie. —
יא ור' ישמעאל הני מילי בצינעא אבל בפרהסיא לא דתניא היה רבי ישמעאל אומר מנין שאם אומרים לו לאדם עבוד עבודת כוכבים ואל תהרג שיעבוד ואל יהרג ת"ל וחי בהם ולא שימות בהם יכול אפילו בפרהסיא ת"ל (ויקרא כב, לב) ולא תחללו את שם קדשי
11 Und R. Jišma͑él!? — Dies nur heimlich, öffentlich aber nicht. Es wird nämlich gelehrt: R. Jišma͑él sagte: Woher, daß man, wenn man einen bei Todesandrohung zwingt, einen Götzen zu verehren, ihn verehre und sich nicht töten lasse? Es heißt: <i>er lebe durch sie</i>, er sterbe nicht durch sie. Man könnte glauben, auch öffentlich, so heißt es: <i>entweiht meinen heiligen Namen nicht</i>.
יב אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן כל מכה שמחללין עליה את השבת אין מתרפאין מהן ואיכא דאמרי אמר רבה בר בר חנה אמר ר"י כל
12 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Eine Wunde, derentwegen man den Šabbath entweihen darf, darf man von ihnen nicht heilen lassen. Manche lesen: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: